Das eigene Erleben darstellen, verstehen, verändern und steuern − als Figuren und Geschichten auf der „Inneren Bühne“

Um den ganzheitlichen Ansatz für die KIRONDO Selbstführung praktisch umsetzen zu können, haben wir das Modell der „Inneren Bühne“ entwickelt. Mit ihr kann der Anwender eine beliebige Erlebenssituation oder ein Thema schnell, vollständig und prägnant darstellen, aufzeichnen, mit dem KIRONDO Methodenarsenal bearbeiten und als Geschichte weiterführen.

Die KIRONDO Matrix

Grundlage der Inneren Bühne ist die KIRONDO Matrix: ein Ordnungssystem mit der Funktion eines „Sortiersystems“ für das eigene Erleben. 

  • Die Matrix besteht aus 25 Feldern. Diese 25 Felder repräsentieren die wesentlichen Dimensionen/Bestandteile des persönlichen Erlebens, unterscheiden diese von einander und setzen sie – umgekehrt – zur Darstellung einer erlebten Situation, eines Themas oder einer Geschichte auch wieder neu zusammen.
  • Die Ordnung dieser 25  Felder und ihre Zusammenhänge untereinander sind dem menschlichen Erleben nachgebildet, so dass sich mit diesem System jede persönliche Erlebenssituation oder ein beliebiges Thema als „indivi­duelle Variation“ dieser Grundordnung schnell, vollständig (= ganzheitlich) und prägnant (= fokussiert auf die wesentlichen Aspekte) darstellen lässt.

Die Innere Bühne − eine ergänzende Plattform für unser „Originalerleben“

Die „Innere Bühne“ (IB) ist die praktische Anwendungsform dieser Matrix, ihre Benutzeroberfläche. Mit ihr kann dem aktuellen persönlichen Erleben oder einer Erinnerung die Vorstellung eines sortierenden Bühnenbildes „hinterlegt“ werden. Die Innere Bühne ist ein flexibles und persönlich gestaltetetes Vorstellungsgerüst, welches das „Sortiersystem“ der Matrix in der eigenen Vorstellung individuell umsetzt.

Die Innere Bühne hilft,

  • das eigene laufende „Originalerleben“ vollständiger und bewusster wahrzunehmen und zu verstehen
  • einzelne (z. B. problematische) Themen als „Erlebensfiguren“ prägnant und übersichtlich darzustellen, um sich damit (auch später) weiter befassen zu können
  • diese Themen direkt zu bearbeiten, da das KIRONDO Methodenarsenal in der Struktur der Inneren Bühne eingebaut und damit immer an der „richtigen Stelle“ verfügbar ist.

… ein strukturiertes und gleichzeitig flexibles und persönlich ausgestaltetes Vorstellungsbild. Sie bezieht sich unmittelbar auf den Prozess des aktuellen persönlichen Erlebens – auf unser „Originalerleben“, welches mit KIRONDO erst einmal gar nichts zu tun hat – und rahmt dieses. Mit der Inneren Bühne „hinterlegen“ wir unserem Originalerleben die Vorstellung eines sortierenden Bühnenbildes. Dafür nutzen wir zwei Systeme aus unserem Originalerleben, welche bereits vorhanden sind und die unser Bewusstsein und unsere Vorstellung ohnehin strukturieren: nämlich

  • unsere visuelle Raumorientierung: Komponenten unserer Raumvorstellung wie „oben, unten, links, rechts, vorne, hinten“ etc werden mit den Positionen der Matrixfelder verknüpft. Die gesamte Felderstruktur der Matrix wird so mit unserer Raumvorstellung verbunden.
  • unsere Körperwahrnehmung: Mittefeld und Erlebensfelder, die 5 zentralen Funktionen unseres Gegenwartserlebens (wahrnehmen, fühlen, denken, handeln, achtsame Reflexion) – und nur diese -, werden mit bestimmten Körperregionen, den „Körperorten“, verbunden und in diesen „geankert“.

Dies sind die beiden „Klettverschlüsse“ zwischen Originalerleben und dem ergänzenden Vorstellungsbild der „Inneren Bühne“. Wir stellen unser aktuelles Erleben in ein vorgestelltes bildhaftes Gerüst, welches das Ordnungssystem der Matrix enthält. Dabei verändern wir den Fluss unseres Erlebens nicht, sondern fügen in unserer Vorstellung lediglich einen unterstützenden Hintergrund hinzu, den wir für die gezielte Reflexion unseres Erlebens nutzen.

Mithilfe des Vorstellungsbildes der „Inneren Bühne“ kann die Matrix schnell und leicht im aktuellen Erleben bzw. Bewusstsein aktiviert werden. Nun können Elemente des eigenen „Originalerlebens“ (z. B. Wahrnehmungen, Gefühle, Gedanken, Handlungsimpulse, Motive, Verhaltensmuster, die äußere Situation, thematische Zusammenhänge etc.) den jeweiligen „zuständigen“ Feldern zugeordnet, damit grundsortiert und einer weiteren Verarbeitung durch das (ebenfalls in diesen Feldern integrierte) Methodenarsenal zugänglich gemacht werden.

Figuren, Themen und Geschichten − das Geschehen auf der Inneren Bühne

Auf der Innere Bühne befindet sich der Anwender immer in einem von 2 Zuständen: entweder im gegenwartsbezogenen „Präsenzmodus“ oder im themen-/geschichtenbezogenen „Themenmodus“.

  • Der Präsenzmodus ist der achtsame Grundzustand des „hier und jetzt da seins“, in welchem die gegenwartsbezogene, reflexive (Selbst)-Achtsamkeit vorherrscht und einzelne Themen als solche nur vorübergehend  im Vordergrund stehen.

… absichtslosen, unbesetzten, offenen Für-sich-Daseins sein oder das laufende Wahrnehmen wechselnder Eindrücke, vorübergehender Ereignisse, Veränderungen der Situation etc. Oder ein schwieriges, aber bewusst wahrgenommenes Feststecken in einer inneren Stress-Situation sein. Oder die konzentrierte Anwendung einer Technik etc. Der Fokus liegt immer auf dem gegenwärtigen Geschehen, was immer das sein mag, wahrgenommen vom Inneren Beobachters bzw. dem „Ich“ auf der Bühnenachse.

Der Bezugspunkt ist also immer die Gegenwart, egal was sich in dieser ereignet. Und der methodische Ansatz zielt immer auf die Entwicklung, die Anwendung und das Abrufen einer höchstmöglichen Präsenz. Die Präsenz als pures, vollständiges „in der Situation da sein“ ist der Schlüssel zum eigenen Möglichkeitsraum, zum gesamten Ressourcen-, Wahl- und Handlungspotential, welches die Situation enthält. Dieser Ansatz bildet als „Präsenzraum-Methode“ die Grundlage aller weiteren Methoden und Techniken.

  • Der Themenmodus: hier wird das „Bühnengeschehen“ in größeren, gegenwartsüberschreitenden „thematischen“ Zusammenhängen erfasst. Der Fokus liegt auf der Klärung von Themen sowie ihrer weiteren Bearbeitung in veränderungsorientierten Entwicklungen, zielgerichteten Prozessen,  offenen Geschichten etc.

Erlebens -und Themenfigur

Das problematische oder herausfordernde Thema wird auf der Inneren Bühne (als Erlebensfigur) und als Aufzeichnung (Themenfigur) vollständig erfasst und dargestellt:

  • wie es konkret erlebt wird (Wahrnehmungen, Emotionen, Ge­danken, Handlungen, Bedürfnisse, Ziele, Fähigkeiten etc.),
  • die damit verbundenen Persönlichkeits- und Lebensmuster (Persönlichkeitszüge, Motive, Einstellungen, Werte etc.)
  • und die relevanten Zusammenhänge mit (persönlichen, sozialen, beruflichen) Themen und Lebensbereichen

Ist die Themenfigur (die das Problem beschreibt) prägnant und vollständig erfasst und als grafische Aufzeichnung festgehalten, kann die Arbeit mir ihr beginnen. Die ganzheitliche Struktur der Inneren Bühne (und damit auch der Themenfigur!) ermöglicht es, genau in die Bereiche zu gehen, wo es etwas neu zu entdecken, zu klären, zu verändern gibt und wo gezielt an einer Lösung des Problems angesetzt werden kann. Dafür steht das gesamte KIRONDO Methodenarsenal mit seinen verschiedensten Ansätzen zu Verfügung.

Die KIRONDO Geschichte

Indem die ursprüngliche Themenfigur bearbeitet wird, entwickelt und verändert sie sich. Und es entstehen weitere Figuren (Themen-, Options-, Veränderungs-, Zielfiguren etc.). Alle diese Veränderungen und neuen Figuren verbinden sich zu einer Geschichte, welche schließlich den gesamten Prozess der Auseinandersetzung, Klärung und Lösung in Form einer grafisch strukturierten Aufzeichnung enthält – ähnlich einem Tagebuch oder Logbuch.

So kann sich das Problem oder das zu klärende Thema im „verarbeitenden Erleben“ auf die Lösung zuentwickeln. Als Geschichte bzw. als Teil der persönlichen Lebensgeschichte. Die Gesamtheit aller aktiven, d. h. zur Zeit aktuell bearbeiteten Geschichten wird wiederum − im sogenannten „Zeitpfeil“ − als übergeordnete Geschichte, ähnlich einem Tagebuch oder Logbuch, geführt. Und als solche entspricht sie ja (in der Parallelität der Einzelgeschichten) tatsächlich dem aktuellen realen Leben und stellt somit die aktuelle „Lebensgeschichte“ dar.

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